Ergebnisse der Archivalien- und Bauforschung zum Straubinger Karmelitenkloster, Stand der Sanierung und geplante Nutzung

Donnerstag, 07.05.2026

19:00 - 20:45 Uhr

Hörsaalgebäude TUM Campus Straubing
Uferstr. 53
94315 Straubing

Der zweiteilige Vortrag wird im ersten Teil die Geschichte, Baugeschichte und Ausstattung des Straubinger Karmelitenklosters neu beleuchten. Der Wasserburger Kunsthistoriker Gerald Dobler konnte im Auftrag des Staatlichen Bauamtes Passau im Vorfeld der begonnenen Generalsanierung eine umfangreiche Archivalien- und Bauforschung durchführen, die beide einige neue Erkenntnisse erbrachten.
Zunächst stellt der Vortrag in Kürze die Geschichte und Baugeschichte des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Konvents vor, der mit geringen Ausnahmen vollständig verschwunden ist, und sein Verhältnis zu dem barocken Neubau aus der Zeit von 1684 bis um 1700. Dieser Bau nach Plänen des bekannten und erfolgreichen Baumeisters Giovanni Gaspare Zuccalli und die späteren Veränderungen an demselben werden den Hauptteil der Ausführungen ausmachen. So ist jetzt anhand der durchgeführten Holzaltersbestimmungen der Ablauf bei der Errichtung des Neubaus in mehreren Bauabschnitten gesichert nachvollziehbar. Vorgestellt werden Besonderheiten des Baus und die wenigen, aufwändig gestalteten Räume wie die beiden Refektorien, Priorat und Provinzialat, die Bibliothek sowie die überaus elegante Treppe im Stil des Rokoko im Südflügel.
Thematisiert werden auch die Eingriffe des 19. und 20. Jahrhunderts, als ein Großteil des Konvents schulischen Zwecken diente, während im nördlich anschließenden Areal eine Brauerei (zuletzt die Karmeliten-Brauerei) bestand, deren Betrieb vielfältige Baumaßnahmen mit sich brachte, bis hin zur durchgreifenden Sanierung des Konvents und den problematischen Abbrüchen im Bereich der Brauerei in den 1980er Jahren.
Schließlich wird eine Einordnung des barocken Baus in die seinerzeitige Klosterbaukunst versucht. Im zweiten Teil wird Dr.-Ing. Norbert Fröhlich als Geschäftsführer des Straubinger Campus der Technischen Universität München über den derzeitigen Stand der Sanierung und die langfristige Nutzung des ehemaligen Klostergebäudes referieren.

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